Mittwoch, 23. August 2017

Unterrichtsbausteine #OER – ein Fazit

Der Juli und die erste Hälfte des Augusts waren durch die Veröffentlichung der Unterrichtsbausteine der Studierenden des fachdidaktischen Proseminar Das Smartphone als Kulturzugangsgerät geprägt. für mich ist es Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Insgesamt wurden 44 Bausteine unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Sie verteilen sich wie folgt auf die drei im Kurs gesprochenen Sprachen:
  • Französisch: 4
  • Italienisch: 24
  • Spanisch: 16
Beinahe alle Bausteine tragen eine wirklich offene Lizenz, können also als #OER im engeren Sinne verstanden werden:
  • CC BY: 2
  • CC BY-SA: 38
  • CC BY-NC: 4
Die Studierenden hatten bei der Erstellung absolut freie Hand: Sie durften sich für ein Kompetenzniveau, eine oder mehrere trainierte Kompetenzen, die Anlehnung an ein oder Ablehnung eines Schulbuch(s), die verwendeten Methoden und Materialien, die Dauer und auch den Umfang des Bausteins völlig frei entscheiden. Es gab lediglich vier Voraussetzungen:
  • Der Baustein musste für den Fremdsprachenunterricht einer romanischen Sprache (unter Berücksichtigung des österreichischen Lehrplans) konzipiert werden.
  • Der Baustein musste eine offene Lizenz tragen.
  • Der Baustein musste eine Funktion des Smartphones oder eine App, die mit dem Smartphone ausgeführt werden kann, berücksichtigen 
  • Der Baustein musste als offenes Dateiformat (d.h. nicht als PDF) abgegeben werden, damit er auch weitergegeben werden kann.
Ich habe die Bausteine über Facebook, Twitter und Google+ geteilt, um sie Lehrerinnen und Lehrern zur Verfügung zu stellen. Die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen decken sich mit meiner Wahrnehmung: Die Baustein sind sehr unterschiedlich, in ihrer Qualität sehr heterogen und auch in Hinblick auf den Innovationsgrad ergibt sich eine breite Schere. Einige Bausteine sind sehr oberflächlich geblieben, einige sind wirklich wohldurchdacht und lassen sich gut in einen didaktischen Rahmen setzen. Einige sind sprachlich ein wenig holprig, andere lassen einen gewissen Flow erkennen.

Das hat nichts damit zu tun, dass einige „besser“ und andere „schlechter“ wären, vielmehr zeigen die Bausteine die unterschiedlichen Herangehensweisen der Studierenden: von Schema F bis Schema I(nnovation). Sie zeigen die Sozialisierung der Studierenden und gleichzeitig auch die Vielfalt, mit der man Themen behandeln kann. Einige Bausteine bedürfen für den Einsatz im realen Unterricht wahrscheinlich einer Überarbeitung oder Adaptierung. Aber genau dafür sind sie gedacht. Die Beiträge können kommentiert werden, Adaptierungen können und sollen sogar vorgenommen werden: Remix, Reuse und Rework sind ausdrücklich erwünscht.

Quelle: Pixabay (CC0)

Ich möchte den Studierenden auf diesem Weg noch einmal danken: Sie haben wirklich eine außergewöhnliche Leistung vollbracht, sich mit der Materie auseinandergesetzt und sich mutig und neugierig auf ein – für einige doch – neues Thema eingelassen. Bewahren Sie sich diese Neugier, bewahren Sie sich den Mut, Neues auszuprobieren! Einiges kann und wird schiefgehen, aber genau diese Erfahrungen bereichern das Leben. Aus Fehlern lernen nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler, sondern auch wir Lehrende.

Sonntag, 13. August 2017

[CC-BY SA] In der Stadt/ Nach dem Weg fragen (S. Wonisch)

In seinem zweiten Unterrichtsbaustein behandelt Stefan Wonisch das Thema Wegbeschreibungen und Richtungsanweisungen. Für den Spanischunterricht hat er mit Hilfe von LearningApps.org zwei Bausteine entwickelt, die unterschiedliche Kompetenzen - nicht nur das Vokabelwissen - trainieren.

Quelle: Pixabay (CC0)

Sprache:
Spanisch (kann aber auch auf alle anderen Fremdsprachen im Unterricht angewandt werden)
Lerninhalt(e):
Wegbeschreibungen und Stadtpläne/ Stadtkarten; Gebäude und Einrichtungen
Lernziel(e):
Vokabeln und Phrasen zu Wegbeschreibungen in der Fremdsprache festigen und wiederholen; Wegbeschreibungen verstehen und Stadtpläne lesen können; sich in einer Stadt zurechtfinden;
CEFR Level:
A1 (1.Lernjahr Spanisch)
Kompetenzen:
Leseverständnis, Vokabular
Verwendete Medien/ Material:
Smartphone, Arbeitsblatt mit Dialogen
Smartphone / Apps in Verwendung:
learningapps.org
Lehrbuch:
Diverse Lehrbücher auf A1 Niveau, die das Thema „Wegbeschreibungen“ behandeln (In Spanisch z.B. Caminos neu 1 und Perspectivas A1-A2


Verwendete Anwendung

Samstag, 12. August 2017

[CC BY-SA] Vivir – Alquilar el piso ideal (S. Wonisch)

Der von Stefan Wonisch gestaltete erste Unterrichtsbaustein beschäftigt sich mit der Wohnungssuche und dem Finden und Vermitteln von Wohnungen. Die Idee ist grundsätzlich für den Spanisch-Unterricht konzipiert, lässt sich aber auf alle Fremdsprachen übertragen und bildet ein Thema, das alle Schüler/innen auch in ihrem realen Leben treffen/ interessieren kann/wird.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Sprache:
Spanisch (kann aber auch auf alle anderen Fremdsprachen im Unterricht angewandt werden)
Lerninhalt(e):
Wohnen
Lernziel(e):
Wohnungsanzeige/ Suchanzeige schreiben – auf eine Wohnungsanzeige reagieren/ E-Mail schreiben – die SchülerInnen wiederholen den Wortschatz zum Thema Wohnen und interagieren als fiktive Wohnungssuchende bzw. WohnungsvermieterInnen miteinander;
CEFR Level:
B1 (3./4.Lernjahr Spanisch)
Kompetenzen:
Schreiben
Verwendete Medien/ Material:
Smartphone, Schul-E-Mail-Account, Arbeitsblatt mit Bullet-Points
Smartphone / Apps in Verwendung:
padlet.com,  Schul-E-Mail-Adresse (SchülerInnen)

Unterrichtsbaustein zum Download

Freitag, 11. August 2017

[CC BY-SA] Länder und Hauptstädte (M. Magnet)

Madeleine Magnet hat zwei Unterrichtsbausteine zum Spanischen entwickelt. Der zweite Baustein entstammt ebenfalls einem landeskundlichen Kontext und dient dazu, die Länder und Hauptstädte spanischsprachiger Länder zu wiederholen. Hierfür wird Kahoot! eingesetzt.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Rahmenbedingungen

  • 4. Lernjahr (B1+)
  • 12 SuS 

Material

  • Smartphone 
  • PC

Dauer

  • 10 – 15 Minuten

Wie wird das Smartphone eingesetzt?

Das Smartphone soll hier dazu dienen das Spiel Kahoot! auszuführen.

Ziel

Länder und Hauptstädte spanischsprachiger Länder wiederholen.

Unterrichtsbaustein zum Download

Verwendete Anwendung

Donnerstag, 10. August 2017

[CC BY-SA] Rally código QR (M. Magnet)

Madeleine Magnet hat zwei Unterrichtsbausteine zum Spanischen entwickelt. Der erste Baustein beschäftigt sich mit den verschiedenen in Spanien und Lateinamerika zu hörenden Dialekten und Aussprachevarianten und wird in Form einer QR-Code-Rallye in den Unterricht integriert.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Rahmenbedingungen

  • 4. Lernjahr (B1+)
  • 12 SuS
 

Material

  • Smartphone mit QR-Code-Scanner-App
  • Eventl. Kopfhörer 
  • Arbeitsblatt

Dauer

  • 1 Unterrichtsstunde

Wie wird das Smartphone eingesetzt?

Das Smartphone soll hier dazu dienen, einen QR Code zu scannen und verschiedene Aufgabenstellungen zu lösen und teilweise am Arbeitsblatt niederzuschreiben.

Ziel

Ziel ist, dass die SuS auf die verschiedenen Dialekte und Akzente des Spanischen sensibilisiert werden und daraus positive Aspekte fürs Spanischlernen herausziehen können.

Ablauf und Durchführung

Durch eine Kombination aus Lesetext und QR-Code-Aufgaben sollen die SuS motiviert werden.

Mittwoch, 9. August 2017

[CC BY-SA] Une semaine à Paris- Bon voyage! (Weiterführung) (I. Köstinger)

Irina Köstinger hat zwei Unterrichtsbausteine geplant, die zum einen eng miteinander verbunden sind und in einer Doppeleinheit aufeinander aufbauend eingesetzt werden können. Sie hat darüber hinaus aber auch Aspekte des Geographie-Unterrichts, im Sinne der fächerübergreifenden Planung, einfließen lassen. Hier der zweite Teil - eine Vokabelwiederholung.

Quelle: Pixabay (Pixabay-Lizenz)

Die folgenden beiden Bausteine für den Französischunterricht, die im Zuge dieser Arbeit präsentiert werden, sind Teil eines fiktiven Schulprojekts - genauer eines Schüleraustauschs, der die SuS in die französische Metropole Paris führen soll. Der Austausch ist für die 6. Klasse (Sek II) Kurzform Frz. geplant und findet am Ende des Schuljahres statt. Die Bausteine dienen als Vorbereitung auf die Schülerreise bzw. können als Wiederholung und Vertiefung der im Frz.-Unterricht, am Beginn des Schuljahres, behandelten länderkundlichen und kulturellen Themen und des dazugehörigen Vokabulars angesehen werden. Die zwei Unterrichtsbausteine sind Teil des gemeinsamen Konzepts und sollten daher als zusammenhängende Elemente betrachtet werden. Sie sind sinngemäß in dieselbe Unterrichtseinheit eingebettet und werden in einer Doppeleinheit Französisch durchgeführt. Der fächerübergreifende Aspekt Französisch-Geographie wird beachtet und die darauffolgende Geographiestunde wird für diese Unterrichtseinheiten verwendet.

Rahmenbedingungen und technische Voraussetzungen

  • jede/r SchülerIn besitzt ein Smartphone 
  • Internetzugang über Schul-WLAN gegeben
  • QR-Code-Reader muss von SuS im Vorhinein installiert werden (kostenlos)
  • jede/r SchülerIn sollte über eigene Kopfhörer verfügen (Videos)
  • Beamer + Leinwand muss im Klassenraum vorhanden sein
  • Applikation Quizlet soll installiert werden (2. Baustein)
  • kostenlose Registrierung bei Quizlet notwendig
  • Klasse besteht aus 18 SuS
  • erreichtes Niveau: A2+ ( Ende 2. Lernjahr)

Unterrichtsbaustein 2: Sehenswürdigkeiten von Paris kennenlernen

  • Zeitdauer: voraussichtlich benötigte Zeit wird auf ca. 25 Minuten geschätzt, diese Aktivität findet direkt im Anschluss an die Smartphone-Rallye statt. 
  • Ort: Klassenzimmer
  • Sozialform: Einzel-Aktivität, interaktiv via Quizlet
  • Voraussetzung: Application Quizlet muss auf Smartphones installiert sein, Registrierung (kostenlos) im Vorhinein erforderlich, Smartphones mit Internetzugang
Unterrichtsbaustein zum Download

Neue Sprache braucht das Land?

Wenn ich mir die Diskussionen rund um Vong nd Meme so ansehe (und das tu ich gerne, wie viele wissen), schwanke ich zwischen einem Lächeln und der fremdschämenden Hand vor den Augen. Das Lächeln verschwindet zu einer echten Facepalm, wenn ich mir die Aluhut-Diskussionen oder die Antworten in Nachrichtenforen oder auch auf Facebook zu Gemüte führe. Von Rechtschreibung und Grammatik haben viele keine Ahnung (mehr). Sie schreiben, wie sie sprechen. Vieles muss man mühevoll über eine phonetische Rückführung erahnen. Sind Vongs nd H1 für mich (meist) lustige Sprach-Spielereien, so sind sie für viele nicht lustig – weil sie die Fehler nicht sehen, einen anderen Humor haben, Sprachspiele sowieso öde finden. Ich möchte hier nicht werten.

Quelle: Pixabay (CC0)

Social Networks strotzen aber vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern, die sprachliche Vielfalt verkommt. Wenn ich mir die Postings von Erwachsenen, auch aus dem akademischen Umfeld, ansehe, wenn ich mir ansehe, was „meine“ Studierenden in ihren Abschlussarbeiten sprachlich abliefern, dann schüttle ich oftmals nur den Kopf. Fehler über Fehler, Unachtsamkeit über Unachtsamkeit, Schlampigkeit über Schlampigkeit. Ich korrigiere auch wissenschaftliche Arbeiten immer in zwei Schritten:
  1. Sprache: In einem ersten Schritt streiche ich Wortwiederholungen an, setze Beistriche, unterscheide Dativ und Akkusativ, kümmere mich um Groß- und Kleinschreibung.
  2. Inhalt: Erst im zweiten Schritt – quasi nach der Dekodierung der Arbeit – lese ich die Arbeiten auf den Inhalt durch.
So wie ich Schülerinnen und Schülern in der Fremdsprache Fehler anstreiche, so mache ich es bei Studierenden in der Muttersprache. Und ich würde auch manchmal gerne großzügig mit dem Rotstift das eine oder andere Facebook-Posting bearbeiten.

Facebook-Postings hinterlassen einen Eindruck, gehören zur Marke, die wir um uns erschaffen, dazu. Klar gibt es die Autokorrektur am Smartphone, die uns nicht selten in die Verzweiflung treibt und auch meine Postings sind bei weitem nicht fehlerfrei. Aber ich unterscheide Groß- und Kleinschreibung und dass-das-Regeln. Ich bemühe mich, weil ich denke, dass ich als Lehrende eine Vorbildfunktion habe – den Studierenden und den Schülerinnen und Schülern gegenüber. Wenn Jugendliche und junge Erwachsene kaum Literatur lesen, ihren sprachlichen Input über Facebook und Co erhalten, liegt es doch an uns, ihnen einen wertvollen sprachlichen Input – trotz aller Vergänglichkeit der Postings – zur Verfügung zu stellen.

Meine digitalen Hilfsmittel: Duden & Korrekturen.de

Sprache entwickelt sich immer weiter, neue Wörter werden in den sprachlichen Kanon aufgenommen – so hat der Duden gerade 5000 neue Wörter aufgenommen (der Spiegel hat hieraus auch gleich ein Quiz gebastelt).
  • Und wer, wie ich, noch in der „alten Rechtschreibung“ aufgewachsen ist, ist sich vielleicht auch mal unsicher – groß oder klein? Zusammen oder getrennt? Ich empfehle hier die Seite Korrekturen.de, die die alte und neue Rechtschreibung in einer Wortliste gegenüberstellt und schon so einigen Zweifel ausgelöscht hat.
  • Aber auch der Duden bietet mittlerweile eine digitale Rechtschreibprüfung an.
  • Wer lieber einzelne Regeln nachschlagen möchte, wird ebenfalls auf der Duden-Seite fündig.
  • Für alle, die up-to-date bleiben wollen, gibt es auch ein Szenewörterbuch, in dem man online nachschlagen kann.
  • Auch das Wort bzw. das Unwort des Jahres lässt sich auf der Duden-Seite nachlesen.