Mittwoch, 10. Januar 2018

Digital erstellt und analog genutzt

Tool-Paraden sind ja was Blödes. Eigentlich. Aber „eigentlich“ ist das Lieblingswort der Mediendidaktikerin. Man kennt den Satz: „Eigentlich hätte das jetzt so und so funktionieren sollen.“ Nun, ich bin ja eine Digital-Analoge oder Analog-Digitale – man entscheide selbst, weil ja im Deutschen in Komposita immer das eine auf der andere bezogen ist und sich damit eine Konnotation ergibt. Egal. Worauf ich hinaus will ist, dass ich Werkzeuge mag, mit denen ich Materialien erstellen und vorbereiten (lassen) kann, die im Unterricht dann genutzt werden (können). Und weil die Internetanbindung noch nicht an allen Schulen voll angekommen ist – ich formuliere es mal vorsichtig – mag ich Werkzeuge, mit denen ich digital erstelle, was ich analog nutze(n kann).

Quelle: Pixabay (CC0)

Früher habe ich noch gezeichnet, Kopiervorlagen in Hardcopy abgelegt und mangels zeichnerischem Talent so einiges an Nerven liegen lassen. Heute nutze ich diese zehn Werkzeuge:

Ansprechende Arbeitsblätter


Mit Tutory lassen sich schnell und unkompliziert Arbeitsblätter gestalten, die ansprechend aussehen und auch als Open Educational Resources freigegeben werden können. Dafür kann jedes einzelne Element des Arbeitsblattes separat lizenziert werden, was das Mixen von Lizenzen erlaubt – allerdings nur CC0, CC BY und CC BY-SA. Ich kann hier aber Lückentexte oder Zuordnungsübungen erstellen, Linien zum Beschriften einfügen oder auch einfache Texte schreiben und Bilder dazusetzen. Eine kostenlose Anmeldung ist zur Nutzung erforderlich. Dafür werden die Arbeitsblätter gespeichert und lassen sich nachträglich auch weiter bearbeiten.

Trimino


Der Triminogenerator von Paul Matthies ist quasi schon ein Klassiker. Ich kann hier Triminos in unterschiedlichen Größen, als Stern, Dreieck oder Secheck erstellen. Die Trimino-Vorlage von Paul Matthies steht unter CC BY-NC-SA. Auf seiner Seite stellt Paul Matthies auch noch weitere Vorlagen, vor allem für die Mathematik, zur Verfügung.

Kreuzworträtsel, Paarübung, Wortsuchgitter


Der Puzzle Creator von RIF (Reading is Fundamental) erlaubt das Erstellen von Wort-Suchspielen (Suchsel), Kreuzworträtseln und Paarübungen und bedarf einer kostenlosen Anmeldung. Die Übungen lassen sich online durchführen, man kann sie auch ausdrucken und auch mit anderen teilen.

Bingo


Auf der spanischen Bingo-Seite lassen sich Bingo-Karten in unterschiedlichen Größen erstellen und gleichzeitig für unterschiedlich viele Personen. So lassen sich Zahlen schnell und einfach wiederholen.

Suchsel


Die Suchselmaschine erlaubt das Erstellen von Wortsuchgittern – wobei diese in unterschiedlichen Formen, z.B. als Weihnachtsbaum, aufgebaut sein können. Durch mehrmaliges Klicken auf Erstellen werden die Buchstaben neu verteilt und jede/r Schüler/in erhält ein eigenes Arbeitsblatt.

Karteikarten


Quizlet ist ein digitales Karteikartensystem, das unterschiedliche Lern- und Wiederholungsmodi anbietet. Ich kann einen Karteikartensatz mit meinen Schülerinnen und Schülern (SuS) teilen (oder die SuS erstellen selbst einen Satz) und diesen dann als Quiz ausdrucken. Auch hier kann – wie bei Suchsel – durch den Klick auf Neuarrangieren für jede/n Schüler/in ein eigenes Quizblatt zum Beispiel als Lernzielkontrolle (nicht nur für Vokabeln) ausgedruckt werden.

Multiple Choice-Fragen


Quizizz funktioniert ähnlich wie Kahoot! Ich kann aber ein Multiple Choice Quiz auch als Hausübung geben und die Schüler/innen können es so oft wiederholen, wie sie möchten. Ich kann nun natürlich nicht nachsehen, ob sie es alleine gemacht haben. Ich kann aber den Fragensatz als Quiz ausdrucken, wofür es eine eigene Print-Funktion gibt, und in der nächsten Stunde einfach im Unterricht ganz analog durchführen.

Kreuzworträtsel


Kreuzworträtsel lassen sich schnell und einfach mit XWords erstellen. Hier kann ich meine Fragen und Antworten, wie bei einem Kreuzworträtsel üblich, einpflegen und dann ein Kreuzworträtsel inkl. Lösungsblatt generieren. Um das Kreuzworträtsel zu erstellen und auszudrucken, ist keine Anmeldung notwendig. Möchte man es aber exportieren, speichern oder später weiter bearbeiten, dann ist eine kostenlose Registrierung notwendig.

Flashcards zum Ausdrucken


Cambridge English Online stellt einen Flashcard Maker zur Verfügung, mit dem man Karten erstellen kann und zwar eine, zwei, vier oder acht pro Blatt. Dafür ist ein großes Bildarchiv vorhanden, um auch abstrakte Begriffe, wie „ein paar“ oder „viele“, abbilden zu können. Nachteil: Man braucht dafür Flash.

Puzzlemaker


Der Puzzlemaker ist alt und auch nicht mehr mein absoluter Favorit, soll hier aber genannt werden. Discovery Education bietet ihn an und er erlaubt das Erstellen von Kreuzworträtseln, Wortsuchgittern, Kryptogrammen und eigentlich allen Rätselformaten, die man aus den guten alten Rätselheften kennt.

All diese Werkzeuge sind so einfach und intuitiv, dass sie auch von Schülerinnen und Schülern problemlos genutzt werden können, um eigene Materialien zu erstellen. Lernen durch Lehren. Ich möchte es nicht missen.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Materialien zur Weihnachtszeit

Quelle: Pixabay (CC0)
Es ist Weihnachten. Und eigentlich wollte ich diesen Blogpost schon vor einer Ewigkeit veröffentlichen. Aber wie es in der stillsten Zeit des Jahres so üblich ist, hab ich so viele andere Dinge zu tun gehabt, dass ich schlichtweg darauf vergessen habe. Nun, dann eben jetzt. Hier aber eine kleine Sammlung an Materialien, die zur Weihnachtszeit passen. Und wahrscheinlich einfach für das nächste Jahr. Aber so habe ich ein Jahr Zeit, um zu ergänzen und zu befüllen...

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich jedenfalls – interkulturell ganz inkorrekt – frohe Festtage!

Allgemein

Englisch



Sonntag, 12. November 2017

Jugendsprache vs. Erwachsenensprache?

Quelle: Pixabay (CC0)

Sprache ist ja doch was Schönes. Während in Deutschland und in Österreich nach dem Jugendwort des Jahres gesucht wird und auch abgestimmt wird, bringt eine österreichische Qualitätszeitung mit User "Hallo, I bims": Kennen Sie die Jugendwörter 2017? ein eindrucksvolles Beispiel angewandter Jugendsprache inklusive der adäquaten Erwachsenenübersetzung. Dazu passend auch ein Quiz, um das eigene Wissen auch zu überprüfen. Und? Sprechen Sie fließend Jugend? ;-)

1,2,3 - Word Clouds, Hemingway and an Inspector for my classroom (and writing)

Digital tools may are quite nice when it comes to analysing texts or data. I have already mentioned the Hemingway app in one of me prior postings. It analyses the text structure and gives advice regarding a text’s readability. It “makes your writing bold and clear”, as the slogan indicates. 

Quelle: Pixabay (CC0)

Some days ago, a colleague introduced a second interesting app to me: text inspector. This app helps learners and teachers “check the difficulty of any text”. It compares the vocabulary used in a text to the English Vocabulary Profile (EVP), hence the CEFR levels of words. Therefore, it helps students to identify their level of proficiency when writing. Teachers can use this app to categorize texts they have found browsing the internet. When they paste a text, they see whether it is appropriate for level A1 or A2, just to give an example.

A third “tool” I would like to share is my beloved world cloud. I use word clouds in so many ways in my teaching and my everyday life as an everyday learner. Use the blogpost 170 ways to use word clouds in every classroom as a starting point. I will give a more detailed insight into my personal use in a forthcoming blogpost. I promise.

Mittwoch, 8. November 2017

Language learning and teaching: some websites I have to share with you

There are so many good websites that help language learners (and teachers) to cope with their every day’s business. When surfing the web, you come across so many good advice and there are loads of influencer you have to know regarding language teaching and learning, especially when it comes to English as a Second Language (ESL). Yesterday, I gave an insight into my favourite French resources, today I want to do the same for English (even though these sites may also be seen as a resource for all language teachers and learners who are able to understand an English text).

Dienstag, 7. November 2017

Enseigner le français (d’)aujourd’hui

Je n’écris pas beaucoup en français. C’est dommage vu qu’une langue s’en va quand on ne la pratique pas… Étant prof de français je suis sans cesse à la recherche de ressources non pas forcément éducatives mais plutôt authentiques. Je ne dis pas que les livres scolaires ne sont pas authentiques, mais je préfère les ressources actuelles pas forcément réalisées pour l’usage à l’école. Parmi mes sources préférées se trouvent les suivantes:
Pour trouver des exercices, des outils pratiques et des idées méthodologiques voilà les sources suivantes:
Je sais bien que ce n'est qu'une liste assez courte mais à ce moment-là ce sont mes ressources préférées.

Montag, 6. November 2017

Mobiles Lernen in der Schule

Ich durfte heute am 4. P@d Day des Landeszentrums für Pädagogik und Medien Saarland die Keynote zum Thema Mobiles Lernen in der Schule halten. Hier vorweg meine Präsentation:



Mein Ausgangspunkt waren zwei kurze Statements als Eröffnung durch
  • Günter Scheffczk, Schulleiter des KBBZ Halberg, Saarbrücken
  • Dr. Burkhard Jellonnek, Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien (LPM), Saarbrücken.
Bei beiden schwang im Subton die notwendige Infrastruktur mit. Das ist ein zentraler Punkt, den ich auch in meine Keynote aufgenommen hatte: Mobiles Lernen oder vielmehr Lernen mit (Hilfe von) mobile devices – genauso wenig wie lernen digital sein kann, kann es mobil sein, aber das nur am Rande – wird seit Jahren im Horizon Report als kurzfristige Entwicklung angesprochen. Wenn es aber kein (Breitband-)Netz gibt, dann ist der Einsatz eingeschränkt. In diese Kerbe schlägt auch Jöran Muuß-Merholz (@JoeranDE), wenn er in einem Interview mit den Netzpiloten davon spricht, dass zur Zeit in Hinblick auf die Digitalisierung herumgewurstelt würde und es am Netz fehle. Auch Steckdosen zum Laden sind notwendig. Erst kürzlich erklärte mir ein Kollege schnippisch, dass er den Schülerinnen und Schülern als Aufgabe gäbe, das Smartphone zu laden, um es am nächsten Tag im Unterricht einzusetzen. Blöd nur, wenn der Unterricht in der zehnten Stunde ist, denn so manch Akku geht schon zu Mittag in die Knie.

Schon die JIM-Studie und die OÖ Jugend-Medien Studie – jeweils in der aktuellsten Auflage – zeigen, dass Schüler/innen grundsätzlich (aber nicht flächendeckend) über eigene Geräte verfügen. Die Sache ist nun aber die, sich auch drüber zu trauen, diese in den Unterricht zu integrieren, auch wenn etwas schief geht, weil die Technik nicht so ganz mag. Mit ihren eigenen Geräten sind aber die Schüler/innen meist vertraut – warum sie nicht in ihrer Expertise abholen und einfach machen lassen?

Quelle: Pixabay (CC0)

Wenn man wie bei Thomas Vitzthum in der Welt liest: "Ob der Einsatz von Smartphones, Tablets, Laptops mit entsprechenden Lernprogrammen, elektronischen Tafeln und so weiter pädagogisch tatsächlich sinnvoll ist, darüber wird nicht mehr diskutiert." (Quelle) und man gleichzeitig den Alltag in den Schulen und vor allem den Hochschulen kennt, so erkennt man eine Diskrepanz. Es wird nach wie vor diskutiert. Mittlerweile kommt aber zum OB auch das WIE dazu. Entgegen der Annahme im Artikel löst das WIE das OB nicht ab - beide Punkte sind in den Köpfen der Lehrenden und der Entscheider/innen noch/schon fix verankert.

Was man dabei aber bedenken muss: Der Einsatz mobiler Geräte zum Lernen (oder digitaler Medien allgemein) garantiert für nichts: weder für einen irgendwie gearteten Lernerfolg, noch für mehr Motivation oder Ähnliches. Ich möchte hier Jöran Muuß-Merholz zitieren:

Wie das pädagogisch aussehen kann, wissen wir schon länger als es Digitalmedien gibt. Das Lernen anhand von Projekten oder an Real-World-Zusammenhängen steht im Vordergrund. Das Digitale aber sprengt plötzlich auf, worauf Schule bisher limitiert war. Man hat nicht nur das Schulbuch als Quelle, sondern das ganze WWW. Früher war es sehr aufwändig, einen Experten in die Schule einzuladen, heute ginge das unkompliziert per Skype. (Quelle)

Die Möglichkeiten verändern sich. Es kann aber nicht darum gehen, eine App-Schlacht zu schlagen, sondern das Vorhandene sinnvoll einzusetzen und die (neuen und/oder veränderten) Möglichkeiten wahrzunehmen. Individualisierung, Differenzierung und Kompetenzorientierung (wie auch von mir in der Keynote genannt) sind eigentlich auch nur schöne Buzzwords (siehe dazu auch die Darstellung des Grunddilemmas Individualisierung in einer Schulklasse). Ich muss mir dabei immer die Frage stellen: Wohin möchte ich eigentlich? Was sollen meine Schüler/innen mitnehmen aus dem Unterricht?

Für mich persönlich heißt das, die 4C (siehe dazu auch den schönen Beitrag Gestaltung zeitgemäßer Lernangebote: Zu berücksichtigende Faktoren von Tobias Rodemerk) zu verinnerlichen und im Sinne des Connectivism ein eigenes Netzwerk aufzubauen, in dem man zwischen sicheren und unsicheren Quellen ebenso unterscheiden kann wie zwischen relevanten und nicht relevanten Informationen oder vertrauenswürdigen und wenig (nicht) vertrauenswürdigen Quellen. Wir können nicht  mehr alles wissen, wir müssen aber wissen, wo wir suchen (und fündig werden) können. Man beachte, was sich in einer Minute im Netz so tut (inkl. Vergleich zu den Jahren davor).

Die Schüler/innen sollen zum eigenständigen Lernen ermutigt werden (Fehler inklusive), das sie auf Lifelong Learning-Prozesse vorbereitet. Lernen unter Einsatz von Kreativität und Kommunikationsfähigkeit, kollaborativ und kritisch denkend. Dazu gehört auch das Vermitteln von Strategien zum Lernen lernen (siehe zum Beispiel die Materialien hierzu auf Erwachsenenbildung.at und Schule.at), nicht immer alles vorzukauen (siehe hierzu Gail Moores Beitrag 7 Educational Transformations for Any Classroom), sondern die Lerner/innen entdeckend lernen zu lassen...

Als Sprachlehrer/in seh ich mich genau dort: Computerprogramme werden als Übersetzungshilfen immer besser. DeepL ist das neue herausragende Beispiel (ich hab’s kreuz und quer probiert und find’s echt überraschend gut, wenn auch nur in sieben und nicht 103 Sprachen wie Google Translate). Was der Mensch leistet, ist das Finden kreativer Lösungen und das Anwenden von Verhandlungsstrategien unter Einsatz interkultureller und auch kommunikativer Kompetenz und die Empathie. Eine Sprache zu sprechen ist auch Verhandlungssache. Wir reagieren auf Fehler, gehen Missverständnisse ein und suchen nach Lösungen. Wir füllen keine Lückentexte aus oder beantworten Multiple Choice Fragen, wenngleich diese Formate zum Üben manchmal recht praktisch sind, aber das ist eine andere Geschichte. Vorsorglich ein paar Unterrichtsbausteinchen auch in der Präsentation, versteckt hinten QR Codes...