Montag, 20. Februar 2017

#didacta17: meine Nachlese

Die #didacta17 ist vorüber und ich möchte eine kurze Zusammenfassung dieser beiden aufregenden Tage geben. Ich habe mich auf Twitter darüber ja auch schon ein wenig ausgelassen. Also über ein paar Aspekte, die unter den Hashtag #lehrerklischee fallen. Die Trolleys (Rollkoffer), die gefüllt werden. Ja, klar, es war eine Messe (@Messe_Stuttgart). Man geht dorthin, um sich auch Materialien mitzunehmen. Man möchte von Messeangeboten profitieren. Alles klar. Aber ich hätte nie gedacht, in welchem Ausmaß (!) die Leute mit ihren Trolleys auftauchen.


Es war gewaltig. Überall Menschen mit Trolleys. Und mit überdimensionierten Taschen. So wie die blaue Tasche von IKEA. Voller Bücher. Am Samstag dann ab 12:00 Uhr oder so der Ausverkauf. Gut, Sale. Das ist so eine Sache. Aber die Stände wurden gestürmt. Papierfischen hat es Torsten Larbig (@herrlarbig) genannt. Und so ist es auch.

Ich hab mir alle Hallen angeschaut. Ich hatte – gefühlt – Tausende Bücher in der Hand. Die Auswahl ist schwierig. Ich gestehe, dass ich mir wohl bei digitalen Tools und ihrer Auswahl leichter tue als bei analogen Büchern. Jedenfalls hab ich keinen Trolley mitgehabt. Ich hatte nur eine Tasche. Und ja, ich gestehe, ich habe Glitzerstifte gekauft (Mädchen halt ;-) ) und ein Cardboard. Und ich habe Materialien für Kolleginnen und Kollegen mitgenommen. Aber alles ohne Trolley ;-) Ich hab auch keinen Kugelschreiber eingepackt. Man hat mir keinen angeboten. Dafür aber einen – vielleicht sogar in Graz produzierten – Buntstift…


Und ich habe auch keinen Hocker gekauft. Der war wohl neben der Schwimmnudel der Renner der Messe. Die meisten hatten nicht nur einen in der Hand…

Nun, ich hab alle Hallen gesehen. Ich bin sie wirklich abgegangen. Zwar recht schnell, aber doch. Die 10.000 Schritte habe ich jedenfalls gepackt. Die Reize waren vielfältig. Am Abend war ich froh, im Hotel zu sein, mal in Ruhe reflektieren zu können. Die Messe, die Massen an Menschen. Das war schon sehr beeindruckend.

Inhaltlich hat mich zunächst der Vortrag von Philippe Wampfler (@phwampfler) beeindruckt. Philippe hat uns einen Einblick in die Jugendkultur, in Social Media und deren Herausforderungen und Möglichkeiten für den Unterricht gezeigt. Der Vortrag war großartig, die Einsichten ebenso. Die Analyse bzw. Dekonstruktion des Selfies war wirklich beeindruckend und ich würde mir wirklich wünschen, dass ich von ihm mal eine derartige Dekonstruktion ausformuliert lesen kann. Ich war mit Multitasking beschäftigt: Denken, lesen, twittern. Es war eine Herausforderung. Und die Folien waren schlichtweg genial – hier jedenfalls der Link auf die Präsentation.



Als zweites inhaltliches Highlight war das Barcamp zu sehen, das aus zwei Durchgängen oder Runden bestand. Ich habe den ersten eher rezeptiv, den zweiten sehr aktiv verfolgt: Es waren jedenfalls zwei unterschiedliche Beiträge, die beide sehr viel gebracht haben. Mit Christine Skupsch (@iqberatung) haben wir Kahoot! genauer betrachtet und den Jumble Mode erforscht und ausprobiert. Mit Alicia Bankhofer (@aliciabankhofer) haben wir uns mit dem Thema Digitalisierung & Schule: 10 Einwände, 10 Antworten beschäftigt. Die Ergebnisse finden sich unter dem Hashtag #10Antworten oder im gleichnamigen Blogpost, den Alicia noch am Sonntag online gestellt hat. Gerade dieser zweite Beitrag hatte einen irgendwie spielerischen Charakter, an dem man gesehen hat, wie viel ein Barcamp in kurzer Zeit bringt. Beim ersten Beitrag war vor allem die Gruppe (außer mir) sehr aktiv und hat gemeinsam Kahoot! quasi zerlegt und auf Herz und Nieren geprüft.


Das dritte inhaltliche Highlight war der gemeinsame Vortrag am Samstag mit Monika Heusinger (@M_Heusinger) zum Thema Tablets, Smartphones und Apps im Fremdsprachenunterricht sinnvoll einsetzen. Um Punkt 12:00 Uhr, also quasi zu High Noon, durften wir beide beim Forum Unterrichtspraxis vor zahlreichen Interessierten ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. Wir haben erläutert, nach welchen Kriterien wir Apps auswählen und welche Potenziale Apps im Unterricht bieten. Anschließend haben wir zu den unterschiedlichen sprachlichen Kompetenzen Apps und passende Methoden, oder eher Methoden und passende Apps präsentiert und erläutert.
Die unterschiedlichen genannten Methoden werde ich noch bloggen, die von Monika genannten auch noch selbst ausprobieren. Ich habe für mich so einiges mitgenommen. Und es war mir eine große Freude, mit Monika gemeinsam zu präsentieren. Und auch das zahlreiche Feedback im Anschluss war wirklich ein Balsam für die Seele. Die letzte Zeit war – aus privaten Gründen – nicht ganz einfach. Da tat es gut, zu merken, dass die Arbeit, die man macht, gut ist. Ich möchte als ein Beispiel die digitale Schultasche von Stephanie Woessner (@petiteprof79) nennen. Stephanie ist eine von mir sehr geschätzte Kollegin, die/deren Postings ich gerne konsultiere, wenn ich auf der Suche nach Ideen bin. Dass sie von uns etwas dazugelernt hat, freut mich besonders.

Quelle: Pixabay (CC0)

Kein rein inhaltliches, aber ein persönliches Highlight war ein langes Gespräch mit Judith Erlmann (@juerlb) von Cornelsen, die eine so unaufgeregte, konstruktive Art hat, die so inspirierend war/ist. Trotz Messerummel hat sie sich für uns Zeit genommen, uns umsorgt und mit (Insider-) Tipps (ich sag nur Glitzerstifte ;-) ) und einer leckeren Nussmischung versorgt. Danke vielmals auch auf diesem Weg!

Nun, aber das BESTE und SCHÖNSTE an der #didacta17 war der Umstand, dass ich ganz viele Menschen, die ich aus Social Media kenne, schätze und mag, auch endlich ganz real getroffen habe. Einige nach zig Jahren das erste Mal. Ich glaube, Christian Spannagel (@dunkelmunkel) hat mal geschrieben, das Schönste an Tagungen und Konferenzen sei das Netzwerken. Recht hat er.

Wir haben kein Foto hingekriegt, auf dem wir alle sind. Das holen wir nach :-)

Schön, dass es euch gibt. Die Gespräche mit euch waren inspirierend. Ich habe viel dazu gelernt, inhaltlich und persönlich. Wir haben geblödelt, gewitzelt, getratscht, geklatscht, Tränen gelacht, sind geschlendert und haben genetzwerkt. Da Schmäh is grennt, wie wir zu sagen pflegen. Und ich bin einfach dankbar, dass es euch gibt. Ihr seid meine Filterblase. Ihr seid meine Inspiration. Da sehe ich dann schon drüber hinweg, dass ihr mich nicht informiert habt, dass Marcel Hirscher im RTL (Riesentorlauf) Gold und Roland Leitinger Silber gemacht hat. Ihr wart ja mit Tratschen beschäftigt ;-)

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