Freitag, 30. Juni 2017

BYOD ist ganz objektiv die Lösung für Frontalunterricht

Im Wintersemester 2016/2017 durfte ich an der Universität Graz, genauer gesagt am Institut für Romanistik, ein Proseminar im Bereich Fachdidaktik halten. Es trug den Titel Das Smartphone als Kulturzugangsgerät im modernen Fremdsprachenunterricht. Der von Lisa Rosa geprägte Begriff oder vielmehr das Verständnis des Smartphones als Kulturzugangsgerät, oder – um mit Jöran Muuß-Merholz zu sprechen – als Schweizer Taschenmesser diente als Basis weitläufiger Überlegungen zum Thema.

Quelle: Pixabay (CC0)

Endprodukte des Proseminars waren ein wissenschaftliches Shortpaper sowie Unterrichtsbausteine, die das Smartphone und dessen Verwendung zum Lernen und Lehren fokussieren sollten. Wie in meinen Lehrveranstaltungen immer wieder der Fall, wollte ich jedoch keine Exklusivität der Unterrichtsbausteine sondern eine Offenheit. Die Bausteine sollten allesamt als Open Educational Resources oder vielmehr als Open Educational Practices konzipiert und anschließend einer breiten Öffentlichkeit an Interessierten, nicht nur Lehrerinnen und Lehrern, zur Verfügung gestellt werden. Dies soll nun, mit dem Ende des Schuljahres, auch erfolgen.

Auf diesem Blog wird in den nächsten 44 Tagen je ein Unterrichtsbaustein veröffentlicht. Der Name des/der Studierenden wird dabei immer in Klammer im Titel angefügt. Die Lizenz wird dem Titel in eckiger Klammer vorangestellt. Die Beiträge sind von mir nicht redigiert, lediglich Tippfehler wurden ausgebessert. Die Lizenz wurde von den Studierenden selbst gewählt, ebenso das Thema und der Kontext. Als Vorgabe galt: Entwickeln Sie zwei Unterrichtsbausteine (für den Sprachunterricht), in denen das Smartphone als Medium zum Lernen und/oder Lehren genutzt wird.

Quelle: Pixabay (CC0)
Ein herzlicher Dank gilt den Studierenden, die wirklich kreativ, engagiert und interessiert gearbeitet haben. Die Bausteine sind gelungen und freuen sich auf Feedback aus der Community.

[PS: Ein herzlicher Dank geht auch an Jöran Muuß-Merholz und seinen Buzz-o-Mat, dem der Titel dieses Postings zu verdanken ist.]

Dienstag, 27. Juni 2017

Neue Medien Talks - (m)eine Nachlese

Die Neuen Medien Talks an der Universität Innsbruck haben heuer bereits zum 12. Mal stattgefunden. Heuer stand die Veranstaltung unter dem Titel 100 Tools to Know before you leave. Eine Toolparade wurde ausgerufen.

Quelle: Pixabay (CC0)

Ich durfte selbst auch einen Vortrag zum Thema halten. Angefragt wurde ich für Tablets, Smartphones und Apps im Fremdsprachenunterricht, der Untertitel 30 (+5) Minuten – 15 (+1) Apps – 5 (+2) Kompetenzen sollte mehr verraten. Wer mich kennt weiß, dass ich App- und Toolparaden ja immer gerne aufgreife, dass es mir aber immer um das Wie? geht. Ich strukturiere zwar von den Apps her, möchte aber eigentlich Methoden streuen. Irgendwie muss man ja strukturieren. Ich dachte am Anfang ja, ich könnte nach den Kompetenzen strukturieren. Dabei wäre der GERS, der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen, mein Rahmen. Die fünf für das Fremdsprachenlernen relevanten Kompetenzen, Zusammenhängend Sprechen, Sprechen, Hören, Lesen, Schreiben, wären dabei um Digitale Kompetenzen und Interkulturelle Kompetenzen erweitert worden. Das hätte einen schönen Cluster gegeben. Aber – ganz ehrlich – für eine Präsentation war’s für mich nichts. Oder anders: Ich bin beim Gestalten grandios gescheitert. Das wäre redundant gewesen, weil sich ja ein Tool für mehrere Dinge einsetzen lässt. Und so soll es ja auch sein. Wenn ich ein Tool nur für eine Sache, eine Methode einsetzen kann, dann will ich es auch gar nicht verwenden. Das ist mein persönlicher Zugang. Lieber weniger Tools und die dafür abwechslungsreich als gefühlte 1000 Tools für ein Semester, wo schon alleine die Bedienung zu einer Grundüberforderung führt. Digitale Werkzeuge sind eben nur Werkzeuge, die mir helfen, mich aber gleichzeitig in meinem Radius einschränken. Es gibt kein Werkzeug, das alles kann. So muss ich bei so manchem auch ein wenig tricksen.



Ich habe also wieder von den Tools aus strukturiert und bin dabei auf eine Auswahl aus 15+2 Tools gekommen. Als Auswahlkriterien dienten vor allem zwei: Social Media vs. Meine Lieblings-Apps. Ich möchte die Präsentation hier kurz aufgreifen und die Methoden, die von mir genannt wurden, kurz beschreiben bzw. Beispiele von Kolleginnen und Kollegen verlinken, die ebenfalls darüber gebloggt haben. Was meine Lieblings-Apps betrifft, so sind für mich einige Auswahlparameter klar
  • Sie sollten nach Möglichkeit ohne Anmeldung für die Teilnehmer/innen funktionieren.
  • Sie sollten eine vernünftige Gratis-Version haben.
  • Sie sollten plattform-, browser-, betriebssystemübergreifend funktionieren.
  • Sie sollten intuitiv sein.
  • Sie sollten sich für mehr als eine Methode einsetzen lassen.
  • Auch Lerner/innen sollen damit Ressourcen erstellen können.
  • Sie dürfen nicht nur in einem 1:1 Setting funktionieren (Stichwort: Digital Divide).

Ich habe mich deshalb für folgende 15 (+2) Werkzeuge entschieden, zu denen ich die jeweiligen Methodenbeispiele gleich direkt anhänge. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Beiträge von Kolleginnen und Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum (aber nicht ausschließlich), die das jeweilige Werkzeug im Unterricht eingesetzt haben.

Facebook

Twitter

Pinterest

Instagram

Voki

Chatterpix

Kahoot!

QR Codes

Und hier noch ein paar allgemeine Weblinks, die ich ausgeteilt habe:

Getrude Daurach sprach in E-Tools für interaktive Lernsettings über eine Lehrveranstaltung E-Medien in der Fachdidaktik und stellte uns ihr Handout dazu vor. Sie hat sich die Mühe gemacht, in einem PDF Tools zu beschreiben, die man im Unterricht an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik sowie in landwirtschaftlichen Fachschulen einsetzen kann. Die Zielgruppe ist eine spezifische – die Tools sind echte Klassiker: Diigo, Wikispaces, Sway, Prezi, Kahoot! und viele mehr wurden genannt. Aber auch die Learning Snacks wurden vorgestellt. Aus dem Nähkästchen geplaudert hat sie auch MakeBadges erwähnt, ein kleines Programm, mit dem sie ihre Badges erstellt. Sie betonte dabei vor allem, dass sich digitale Medien in den landwirtschaftlichen Schulen noch nicht durchgesetzt haben und dass sie mit den Accounts und den Artefakten sehr heikel ist. Die Artefakte und Zugänge sind per Passwort geschützt oder man musste über Mitgliederlisten hinzugefügt werden. Die einzelnen Artefakte stehen folglich nicht der Allgemeinheit zur Verfügung, so auch weder das von der Vortragenden genutzte Padlet noch die von ihr entwickelte Handreichung zu den Tools. Sie verwies auf folgende Apps:



Alessandro Bosco berichtet über ein intermediales Projekt Film di Carta. Wordpress lag dem Projekt zugrunde und wurde von der Lehrperson aufgrund des intermedialen Charakters ausgewählt. Aber auch die Dominanz der Webressourcen war für die Wahl ausschlaggebend. Lernende suchen heutzutage primär in Webressourcen. Sie müssen auf YouTube Interviews mit verstorbenen Autoren und Autorinnen, sie müssen aber auch relevante von irrelevanten und richtige von falschen Elementen trennen. Die intermediale Ressource und das Erstellen interaktiver Werke muss gelernt werden. Der Text muss anders gedacht werden. Ein Video wird nicht in seiner Gesamtheit eingebunden, sondern in Ausschnitten. Zwischen der passiven Konsumation und der aktiven Produktion liegen Welten. Die Strukturierung des Textes unterscheidet sich von jener im Word. Die Textpassagen sollen kurz sein, die graphische Gestaltung muss ansprechend sein. Die Regeln in der Textgestaltung, die anzuwenden und berücksichtigen sind, sind zu erlernen; auch wenn die Studierenden gewöhnt sind, diese Textformen zu konsumieren, heißt das nicht, dass sie sie auch produzieren können. Die Syntax und die Logik machen den Unterschied, die Multi- und Intermedialität trainieren neue Kompetenzen. Die Präsentation selbst erfolgte vor einem außenstehenden Publikum, der Ansatz des Real-Life-Tasks ist gegeben. Der fertige Blog ist jedoch leider nicht öffentlich zugänglich.

Quelle: Pixabay (CC0)

Abgeschlossen wurde das Programm durch einen interaktiven Teil, in dem zahlreiche Umsetzungen ausprobiert werden konnten:

  • Audience Respose Systeme – ARSnova
  • LTI-Schnittstelle in OpenOLAT
  • Virtual Reality
  • Kollaborative Tools an der Universität Innsbruck